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Shopware 6 zu langsam? Die Speed-Checkliste für mehr Conversion

Langsame Ladezeiten zählen zu den häufigsten Conversion-Killern im E-Commerce. Shopware 6 Performance ist kein rein technisches Thema, sondern ein messbarer Umsatzfaktor. Dennoch wissen viele Händler nicht, wo die konkreten Bremsen im Shop liegen.

Die Symptome sind bekannt: Kategorien laden zu langsam, der Checkout reagiert träge, mobile Nutzer springen ab. Die Ursachen bleiben oft unklar. Dieser Artikel zeigt die häufigsten Performance-Bremsen in Shopware 6, wie Sie die Shopware Ladezeit optimieren und welche Maßnahmen tatsächlich Wirkung haben.

Warum Shopware 6 Performance direkten Einfluss auf den Umsatz hat

Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit senkt die Conversion-Rate im Schnitt um 7 %. Bereits 100 Millisekunden mehr kosten etwa 1 % Conversion. Bei 50.000 € Monatsumsatz entspricht das rund 500 € Verlust – pro Monat.

Mobile verschärft das Problem. Shops mit akzeptabler Desktop-Performance brechen auf 4G-Verbindungen oft deutlich ein. Bilder laden verzögert, der Shopware 6 Checkout reagiert langsam, Nutzer brechen ab. Die Absprungrate steigt, die Ursache bleibt in Analytics meist verborgen.

Google bewertet langsame Shops schlechter. Core Web Vitals sind seit 2021 Rankingfaktor. Schlechter Shopware PageSpeed bedeutet weniger organischen Traffic, höhere Werbekosten bei gleicher Reichweite und sinkende Margen.

 

Die 9 häufigsten Ursachen für schlechte Shopware 6 Performance

Viele Händler vermuten den Server als Hauptproblem. Das trifft nur teilweise zu. In der Praxis liegen die größten Hebel oft an anderer Stelle.

 

1. Zu viele oder schlecht konfigurierte Plugins

15–20 aktive Extensions, von denen ein Teil nicht performanceoptimiert ist. Jedes Plugin lädt zusätzliches JavaScript und CSS – auch dort, wo es nicht benötigt wird.

 

2. Bilder ohne Komprimierung oder modernes Format

Produktbilder werden in voller Auflösung ausgeliefert. WebP fehlt. Slider laden unkomprimierte Assets mit 2–3 MB. Besonders mobile Nutzer sind betroffen.

 

3. Fehlende oder falsch konfigurierte Caching-Ebenen

Redis oder Varnish ist nicht aktiv, wurde nach einem Update deaktiviert oder ist falsch konfiguriert. HTTP/2 ist verfügbar, aber nicht aktiviert.

 

4. Überladenes Theme (JavaScript auf jeder Seite)

Custom-Themes bringen Bibliotheken mit, die nur auf einzelnen Unterseiten gebraucht werden – aber global geladen werden.

 

5. Tracking-Skripte blockieren das Rendering

Google Analytics, Facebook Pixel, Hotjar oder A/B-Testing-Tools werden synchron geladen. Der erste sichtbare Inhalt verzögert sich um mehrere hundert Millisekunden.

 

6. Langsame Datenbank-Abfragen

Nicht indizierte Abfragen, zu viele Joins auf Kategorieseiten oder fehlende Optimierung nach Plugin-Updates erhöhen die Server-Antwortzeit.

 

7. Externe API-Calls blockieren den Seitenaufbau

ERP, Payment oder Versand: Reagiert eine Schnittstelle langsam, wartet der Shop. Besonders kritisch im Checkout.

 

8. Kein CDN oder nur für Bilder konfiguriert

CSS, JavaScript und Fonts werden vom Ursprungsserver geladen, obwohl ein CDN die Ladezeit deutlich senken könnte.

 

9. Zu knapp dimensionierte Server-Ressourcen

Shared Hosting, zu wenig RAM für Redis oder ein erreichtes PHP-FPM-Worker-Limit führen bei Traffic-Spitzen zu Engpässen.

 

Typische Situationen aus der Praxis

Häufig laden Kategorie- und Produktdetailseite akzeptabel, der Shopware 6 Checkout ist jedoch spürbar langsamer. Ursache ist meist eine Payment- oder Versand-API, die synchron aufgerufen wird. Der Nutzer sieht einen Ladebalken und bricht ab.

Ebenso typisch ist die Diskrepanz zwischen Desktop und Mobile. Desktop-Lighthouse bei 85–90, Mobile bei 45–60. Ursache sind selten Serverprobleme, sondern zu große Bilder, zu viel JavaScript und fehlendes Lazy Loading. 60–70 % der Nutzer kommen mobil – und erleben die schlechteste Performance.

Nach Plugin-Updates verschlechtert sich die Shopware Ladezeit oft schleichend. Neue JavaScript-Abhängigkeiten oder zusätzliche Datenbank-Abfragen werden nicht asynchron eingebunden.

 

Tabelle: Symptom → Ursache → Nächster Check




Kategorien laden langsam

Ursache: Zu viele Produkte pro Seite, fehlende Indizes, langsame Filter-Abfragen
Prüfen: Produktanzahl pro Seite, Elasticsearch-Status, Slow-Query-Log

 

Produktdetailseite (Mobile) lädt träge
Ursache: Zu große Bilder, fehlendes Lazy Loading, Theme-JavaScript
Prüfen: Bildgrößen, WebP-Konvertierung, Ladeverhalten von JavaScript

 

Checkout stockt
Ursache: Externe API-Calls, fehlende asynchrone Verarbeitung
Prüfen: Browser-Network-Tab, API-Antwortzeiten, Plugin-Konfiguration

 

Hohe mobile Absprungrate
Ursache: Schwache Core Web Vitals, zu viel JavaScript
Prüfen: Lighthouse-Mobile-Score, CLS-Werte, renderblockierende Skripte

 

Hohe Server-CPU-Last trotz wenig Traffic
Ursache: Fehlendes oder falsch konfiguriertes Caching
Prüfen: Cache-Hit-Rate, PHP-FPM-Status, Server-Monitoring

 

Performance-Bremsen finden – strukturiert statt per Vermutung

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Kurztest: Ist Ihre Shopware 6 Performance ein Problem?

Beantworten Sie die folgenden Fragen:

  • Laden Kategorieseiten mobil länger als 2 Sekunden?
  • Liegt die mobile Absprungrate über 50 %?
  • Ist der Checkout spürbar langsamer als der Rest des Shops?
  • Sind mehr als 12 Plugins aktiv?
  • Werden Produktbilder nicht automatisch in WebP konvertiert?
  • Läuft kein CDN oder Redis/Varnish?
  • Lädt die Startseite mehr als 3 MB (Network-Tab)?
  • Liegt der Lighthouse-Mobile-Score unter 60

    Auswertung:

    0–2 Ja: Optimierungspotenzial vorhanden.
    3–5 Ja: Performance kostet wahrscheinlich Umsatz.
    6+ Ja: Akuter Handlungsbedarf.

Quick Wins vs. strukturelle Maßnahmen

 

Quick Wins (1–3 Tage)

  • Bilder komprimieren und WebP aktivieren
  • Lazy Loading für Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs
  • Tracking-Skripte asynchron laden
  • Unnötige Plugins deaktivieren
  • HTTP/2 aktivieren
  • Cache-Konfiguration prüfen (Varnish/Redis)

     

Strukturelle Maßnahmen (1–2 Wochen)

  • Theme-Code reduzieren
  • API-Calls asynchron verarbeiten
  • Elasticsearch oder SOLR einsetzen
  • CDN für alle statischen Assets konfigurieren
  • Datenbank-Abfragen optimieren
  • Server-Setup prüfen (PHP-Version, PHP-FPM, RAM)

     

Wichtig: Maßnahmen vor und nach Umsetzung messen. Ausgangswerte definieren (Lighthouse, reale Ladezeiten, Conversion-Rate), priorisiert umsetzen, erneut messen.

 

Zielwerte für gute Shopware 6 Performance

 

Ladezeit (4G, realer Browser)

  • Startseite: unter 2 Sekunden
  • Kategorieseite: unter 2,5 Sekunden
  • Produktdetailseite: unter 2 Sekunden
  • Checkout: unter 3 Sekunden (erste Eingabe möglich)

     

Core Web Vitals (Mobile)

  • LCP: unter 2,5 Sekunden
  • FID: unter 100 Millisekunden
  • CLS: unter 0,1

     

Lighthouse (Mobile)

  • Mindestens 70, besser 80+

Diese Werte müssen stabil bleiben – auch nach Updates oder Traffic-Spitzen. Regelmäßiges Monitoring ist notwendig.

 

Nächster Schritt: Audit statt Vermutung

Einzelmaßnahmen sind möglich. Ohne systematische Analyse bleibt unklar, ob sie die richtigen Hebel adressieren.

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Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Shop tatsächlich Performance verliert, ist das der nächste Schritt.

 

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