SEO-Verluste nach einer Migration entstehen selten durch einen einzelnen Fehler. Meist sind es mehrere kleine Versäumnisse. Der organische Traffic sinkt nicht sofort, sondern über Wochen. Zuerst verlieren Long-Tail-Seiten Rankings, später folgen wichtige Kategorien.
Die Ursachen liegen typischerweise in drei Bereichen: fehlerhaftes Redirect-Mapping, falsche oder fehlende Canonical-Tags und Indexierungsprobleme durch technische Blocker.
Ein strukturiertes SEO-Audit in der ersten Woche nach dem Relaunch verhindert dauerhafte Verluste.
Warum SEO-Verluste schleichend beginnen
Nach dem Relaunch bleibt der Traffic oft zunächst stabil. Google hat viele alte URLs noch im Index, die auf neue URLs weiterleiten.
Erst nach einigen Wochen werden alle Seiten erneut gecrawlt. Fehlende Redirects führen zu 404-Fehlern. Canonical-Tags verweisen auf falsche Domains. Alte und neue URLs stehen parallel im Index. Rankings verteilen sich oder gehen verloren.
Viele dieser Probleme werden erst sichtbar, wenn der Traffic bereits deutlich unter dem Vor-Migrations-Niveau liegt.
Redirects – Status-Codes, Mapping, Ketten
Redirect-Mapping ist der wichtigste Faktor für SEO nach einer Migration.
Fehlende Redirects
Hauptseiten sind korrekt weitergeleitet, viele Produktseiten nicht. Google entfernt diese Seiten aus dem Index.
302 statt 301
Temporäre Redirects übertragen keine vollständige Ranking-Signale. Die neue URL erhält nicht die volle Autorität.
Redirect-Ketten
Alte URL → Zwischen-URL → Ziel-URL. Mehrere Weiterleitungen verlangsamen das Crawling. In längeren Ketten bricht Google den Prozess ab.
Falsches Mapping
Produkt-URLs leiten auf Kategorien oder die Startseite weiter. Der thematische Bezug geht verloren. Rankings sinken.
Canonicals und Duplicate Content
Canonical-Fehler gehören zu den häufigsten Problemen nach einer Migration.
Canonical zeigt auf alte Domain
Google indexiert weiterhin die alte Domain.
Canonical zeigt auf Staging
Nach dem Livegang bleiben Verweise auf die Testumgebung bestehen.
Fehlende Canonicals
Google erkennt keine Hauptversion einer Seite. Parametrisierte URLs werden indexiert.
Hreflang- und Canonical-Konflikte
Internationale Shops senden widersprüchliche Signale. Rankings in einzelnen Ländern brechen ein.
Indexierung und technische Blocker
Alte Domain noch indexiert
Beide Domains sind im Index. Duplicate Content entsteht.
robots.txt blockiert wichtige Bereiche
Wichtige Verzeichnisse sind versehentlich ausgeschlossen.
Noindex-Tags aus Staging
Produkt- oder Kategorieseiten bleiben auf noindex.
Fehlerhafte Sitemap
Ungültige URLs oder falsche Protokolle führen zu Crawling-Problemen.
Search Console nicht korrekt eingerichtet
Fehlende Sitemap oder falscher Property-Typ erschweren die Analyse.
SEO-Problem – Symptom – Sofort-Check
| SEO-Problem | Typisches Symptom | Sofort prüfen |
|---|---|---|
| Fehlende Redirects | 404-Fehler steigen | Alte URLs testen |
| 302 statt 301 | Rankings übertragen sich nicht | HTTP-Status prüfen |
| Falsche Canonicals | Neue Domain wird nicht indexiert | Quellcode prüfen |
| Doppelte Indexierung | Duplicate Content | site:-Abfrage durchführen |
| Noindex-Fehler | Wichtige Seiten fehlen im Index | Meta-Robots prüfen |
| Sitemap-Probleme | Wenige indexierte Seiten | Sitemap validieren |
| robots.txt-Blocker | Seiten nicht gecrawlt | robots.txt prüfen |
SEO nach Migration systematisch prüfen
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Startseite, Kategorie und Produkt analysieren.
Indexierungs-Check (15 Minuten)
Search Console prüfen. site:-Abfrage durchführen.
Sitemap-Validierung (10 Minuten)
Stichproben durchführen. Fehlerhafte URLs identifizieren.
robots.txt-Check (5 Minuten)
Wichtige Pfade dürfen nicht blockiert sein.
Diese Schritte decken die größten Risiken ab.
Warum ein strukturiertes Audit sinnvoll ist
Sofortchecks zeigen offensichtliche Fehler. Ein vollständiges Audit analysiert alle Redirects, Canonicals, Indexierungs-Signale und strukturierten Daten.
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